Adventskalender 08
Alle Bilder des Adventskalender 2008.
Milena Aviram
Milena Aviram beschreibt in einem kurzen Lebenslauf, wie sie zur Mitarbeit im Projekt Israel / Palästina kam.
1. Dezember 08 01.12.2008
Die Grenzsperranlage Israels (80-150m breit) verwehrt vielen Bauern den Zugang zu ihrem Land, da sie oft nicht auf der 'green line', der Waffenstillstandslinie von 1948, sondern innerhalb Palästinas verläuft.
2. Dezember 08 02.12.2008
Regelmässig treffen wir auf diesen Mann, der täglich durch den Landwirtschafts-durchgang Deir-Al-Ghusun gehen muss, um auf sein Land zu gelangen. Dafür braucht er eine Bewilligung von der israelischen Armee.
3. Dezember 08 03.12.2008
Das Dorf Jayyous demonstriert gegen die Sperranlage. Sobald Steine gegen den Zaun geworfen werden, eskaliert die Situation: Die Armee schiesst Lärmbomben, Tränengas (Bild) und Gummigeschosse in die Menge.
4. Dezember 08 04.12.2008
Alltag am Checkpoint nach Nablus, mitten in der Westbank: Der Esel transportiert das Gepäck hinüber, die Menschen gehen nebenan durch die Kontrolle der israelischen Armee. Ohne Gepäck geht das viel schneller.
5. Dezember 08 05.12.2008
Warten am Checkpoint. Männer von 16-35 müssen einzeln durch ein Drehkreuz und einen Metalldetektor gehen (Gürtel, oft auch Schuhe, müssen sie ausziehen). Nur Personen mit Bewilligung werden durchgelassen.
6. Dezember 08 06.12.2008
Club der Familien von Gefangenen. Der Junge mit dem Bild seiner inhaftierten Angehörigen wird vom Fernsehen gefilmt. Vielleicht sehen ihn so seine Brüder im israelischen Gefängnis. Besuche sind fast unmöglich.
7. Dezember 08 07.12.2008
Die Siedler in Hebron haben Autos von Palästinensern ausgebrannt. Dies genau vor dem Wachturm der israelischen Armee, welche laut internationalem Gesetz dazu verpflichtet ist, die Palästinenser zu beschützen.
8. Dezember 08 08.12.2008
Im Süden Hebrons: Das Zeltdorf Sousia wurde in der Nacht von benachbarten Siedlern mit Molotowcocktails angegriffen. Die dort heimischen Palästinenser werden seit Jahren von gewalttätigen Siedlern heimgesucht.
9. Dezember 08 09.12.2008
Wir haben im Zeltdorf Nachtwache gehalten, um bei einem Siedlerangriff schnell reagieren zu können. Belohnt wurden wir mit einem tollen Frühstück: Auf Steinen gebackenes Brot, Olivenöl, Zaatar, Eier und Gemüse. Milena Aviram
10. Dezember 08 10.12.2008
An einem Abend im Kulturzentrum Dar Qandeel hörte ich zum ersten Mal die Oud (Laute) und die Tableh (Trommel), typisch arabische Instrumente. Junge Männer spielten und sangen wunderschöne traditionelle Lieder. Milena Aviram
11. Dezember 08 11.12.2008
Gemütliches Zusammensitzen beim Konzert im Kulturzentrum, wo ich einen Abend mit jungen Palästinensern verbracht habe. In solchen Momenten fühle ich mich wie unter Freunden zu Hause. Milena Aviram
12. Dezember 08 12.12.2008
Junge Palästinenser mit genauso jungen Israelis. Beide in ganz anderen Situationen und Rollen – welche von beiden nicht ausgewählt worden sind. Milena Aviram
13. Dezember 08 13.12.2008
Jede Woche gehen wir nach Shufa, trinken Kaffee und besprechen Kinderkrankheiten, Wetter, Siedlerangriffe und Checkpoints. Nach Shufa gehen wir zu Fuss, da die Strasse nur von den Siedlern befahren werden darf. Milena Aviram
14. Dezember 08 14.12.2008
Während wir Frauen an der Sonne Kaffee trinken, bringt Jamal seinem Sohn Ahmed bei, wie man die Erde pflügt und Erbsen sät. Jamal ist Schuldirektor, Englischlehrer an der freien Universität und Kleinbauer. Milena Aviram
15. Dezember 08 15.12.2008
Die geteerte Strasse darf nur von Israelis benutzt werden; Palästinenser müssen auf der von Schlaglöchern überfüllten Landstrasse fahren. In der ganzen Westbank gibt es für Palästinenser gesperrte Strassen. Milena Aviram
16. Dezember 08 16.12.2008
Wir waren für zwei Tage in der judäaschen Wüste in Israel wandern. Die gewaltige Natur und die Ruhe dort sind für mich die beste Erholung von der Arbeit und Anspannung in der Westbank. Milena Aviram
17. Dezember 08 17.12.2008
Der Morgen nach einer kalten Wüstennacht. Unser Schlaflager lag mitten in einem beeindruckenden Wadi, das bis ans tote Meer führt. Es ist toll an so einem Ort unter stahlblauem Himmel aufzuwachen. Milena Aviram
18. Dezember 08 18.12.2008
Nach Tulkarem kommt man nur über einen Checkpoint. Der Verkehr wird beträchtlich aufgehalten durch die Kontrolle der israelischen Armee. Die Menschen in der Westbank müssen viel Zeit mit Warten verbringen. Milena Aviram
19. Dezember 08 19.12.2008
Wir haben eine Demonstration des Dorfes Jayyous gegen die israelische Grenzsperranlage begleitet. Ein Junge späht zwischen den Olivenbäumen durch um zu sehen, wo die Soldaten sind. Milena Aviram



